Adobes PDF unter Beschuss

Software

Adobes PDF-Format, bis dato ein de-facto-Standard für Dokumente im Internet, steht kräftig unter Beschuss. Die Konkurrenten des kalifornischen Herstellers, der vor allem für seine "Photoshop"-Produkte bekannt ist, sowie Usability-Experten haben es dabei vor allem auf eine Reihe neuer Produkte Adobes abgesehen.

Unangenehme Handhabung
Allen voran steht der US-amerikanische Usability-Guru Jakob Nielsen, der die weit verbeitete Verwendung und das Format selbst vor wenigen Tagen schwer kritisierte. Die Ladezeiten wären zu lang und die Handhabung mühselig; außerdem wären PDF-Dateien viel mehr für den Printbereich als für das Web ausgerichtet.

Für Print gestaltet
"Das Problem ist, dass Information (im PDF-Format) sehr Seiten-orientiert verpackt wird" so Nielsen. "Etwas, das für den Druck gestaltet wurde, kann nicht für den Bildschirm optimiert werden." Mit seiner Kritik ist Nielsen allerdings nicht alleine.

Konkurrenten
Autodesk, der führende Erzeuger von Architektur-Software, will Kunden mittels einer neuen Anti-PDF-Kampagne dazu bewegen, das eigene Design Web Format (DWF) zu nutzen. Die Gegenoffensive kommt zu einem für Adobe kritischen Zeitpunkt - erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen die Kompatibilität mit Autodesks AutoCAD als einen der Hauptvorteile des neuen Acrobat Professional vermarktet.

PDF ohne 3D
"PDF ist auf Papier aufgebaut. Engineering ist aber nicht flach - es ist 3D und Ingenieure benötigen ein adequates Format dafür" so Tony Peach, Director Of DWF Corporate Strategy bei Autodesk. Aus diesem Grunde wurde das bereits sieben Jahre alte DWF-Format optimiert; neue Produkte wie der kostenlose auf der Website erhältliche Express Viewer wurden ebenfalls vorgestellt.

Macromedia und Flash
Auch Macromedia geht in die Offensive. Der Hersteller aus San Francisco und Adobe sind bereits in mehreren Bereichen erbitterte Gegner auf dem Markt kreativer Applikationen, so beispielsweise mit Freehand und Illustrator. Nun will Macromedia mit dem neuen FlashPaper ebenfalls Kunden gewinnen.

Vorteile
FlashPaper ist in der neuen Web-Publishing-Applikation "Contribute" enthalten und ermöglicht die Konvertierung von Dokumenten in Flash-Dateien, die im Browserfenster angezeigt und anschließend gedruckt werden können. Das Ergebinis ist schneller als das PDF-Format.

PDF: Zu lange Wartezeiten
"Auf einen Link zu einem Word- oder PDF-Dokument zu klicken und zu warten, bis das Dokument offen ist ... ist nicht wirklich das, was die Leute suchen" sagte Erik Larson, Senior Product Manager bei Macromedia. "Wenn ich ein PDF-Icon sehe bin ich eher abgeschreckt, auf das Dokument zu klicken, weil ich nicht weiss, wie lange ich warten muss, bis es offen ist."

FlashPaper mit geringen Möglichkeiten
Postwendend kritisierte Chuck Myers von Adobe die FlashPaper-Reihe. "Es ist zwar eine interessante Technologie, aber zugleich schwer begrenzt. Man kann Sachen sehen, man kann drucken - und das war es schon". Zugleich räumt Myers auch ein, dass FlashPaper um einiges schneller als das eigene Format ist - was aber in Zukunft bei der Entwicklung berücksichtigt werden soll.


Quelle: derstandard.at

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