WhatsApp soll nach Lynchmorden in Indien Hassnachrichten bekämpfen

Android, App, Messenger, whatsapp Bildquelle: WhatsApp
Die indische Regierung hat die Macher des zu Facebook gehörigen mobilen Messengers WhatsApp aufgefordert, Maßnahmen gegen die Verbreitung von Falschmeldungen und provokativen Inhalten zu unternehmen. Zuvor war es wegen der über WhatsApp verbreiteten Hassnachrichten zu mehrfachen Lynchmorden und Massenschlägereien gekommen. In Indien machen seit Monaten immer wieder Racheaufrufe und andere Falschmeldungen über WhatsApp die Runde. Unter anderem wurden dabei Unschuldige der Entführung von Kindern beschuldigt, woraufhin sie dann von großen Gruppen aufgebrachter Bürger angegriffen und teilweise massiv verletzt wurden. Mehrere Betroffene wurden bei derartigen Vorfällen bereits getötet.

Zuletzt starben fünf Menschen durch Mob-Angriff

Die Aufforderung an WhatsApp, endlich aktiv gegen die Verbreitung von Gerüchten vorzugehen, folgt nun auf einen besonders drastischen Fall. Offenbar wurden am Wochenende fünf Menschen von einer wütenden Menge zu Tode geprügelt. Der Vorfall geschah nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters im westindischen Staat Maharashtra, wobei es erneut Gerüchte gab, die Getöteten hätten Kinder entführt.

Da die indische Regierung und ihre Behörden offenbar keine andere Möglichkeit mehr sehen anders gegen die Morde vorzugehen, veröffentlichte das IT-Ministerium nun eine streng formulierte Aufforderung an die Betreiber von WhatsApp, gegen die Nachrichten vorzugehen. Die Behörden versicherten darin auch, dass die Strafverfolgungsbehörden daran arbeiten würden, der Täter habhaft zu werden.

Behörden sehen Mitschuld bei WhatsApp & Co

Die verschiedenen Betreiber von Online-Plattformen hätten durchaus Verantwortung dafür zu übernehmen, dass ihre Dienste für die Verbreitung von Falschinformationen genutzt werden, hieß es. WhatsApp reagierte seinerseits mit dem Verweis auf große Herausforderungen, die man als Unternehmen und Gesellschaft gemeinsam meistern müsse.

WhatsApp lobte außerdem Preise für Forschungsprojekte aus, um so Probleme mit Falschinformationen zu erkunden und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Die Vorschläge sollen dann in die Arbeit von WhatsApp, dem Konzern Facebook sowie Bildungseinrichtungen und Gesetzgebern einfließen.

Die Entwickler von WhatsApp versuchen außerdem mit Veränderungen an ihrem Angebot gegenzusteuern. So werden weitergeleitete Nachrichten im Rahmen eines Betatests mittlerweile eindeutig gekennzeichnet, während eine neue Einstellung für Gruppenchats eingeführt wurde, dank der auf Wunsch nur noch die Administratoren Nachrichten in der jeweiligen Gruppe posten können.

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