Windows .NET Server als Multimedia-Betriebssystem

28.07.2003 21:58 

Windows .NET Server ist standardmäßig (für ein Serverbetriebssystem üblich) auf Stabilität, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit im Bereich Hintergrunddienste optimiert worden. Es ist aber auch möglich, Windows .NET Server so zu konfigurieren, um anspruchsvolle Multimediaanwendungen auszuführen. Die folgende Anleitung (Tutorial) zeigt Ihnen die wichtigsten Punkte zum Umstellen vom allgemeinen Serverbetrieb auf lokalen Anwendungsbetrieb. Alle Angaben beziehen sich auf den englischen Release Candidate 1 (RC-1) mit der Buildnummer 3663.
 
 
Prolog: Windows XP-Design verwenden
Das Standarddesign von Windows .NET Server ist "Windows Classic". Das Design "Windows XP" steht bei Standardkonfiguration des Betriebssystems garnicht zur Verfügung - wird aber dennoch mit installiert. Um das Design zu verwenden, muss lediglich der Themes-Dienst aktiviert werden.
 
Vorgehensweise:
1. Klicken Sie auf "Start" | "All Programs >" | "Administrative Tools" und wählen Sie dort "Services"
 
2. Klicken Sie doppelt auf den Eintrag "Themes".
 
3. Unter "Startup type" wählen Sie am Besten "Automatic" aus, damit der Themes-Dienst schon beim Systemstart aktiv wird.
 
4. Da der Dienst im Moment noch gestoppt ist, klicken Sie einfach auf die Schaltfläche "Start", um den Dienst auszuführen.    
 
5. Bestätigen Sie dann das Dialogfeld mit "OK" und schließen Sie die Konsole.
 
6. Klicken Sie an einem beliebigen Punkt auf dem Desktop mit der rechten Maustaste und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag "Properties".
 
7. Auf der Registerkarte "Themes" steht nun unter "Theme:" auch das Windows XP-Design wieder zur Verfügung.

Schritt 1: Audio aktivieren
Standardmäßig ist in Windows .NET Server (ab Release Candidate 2 voraussichtlich mit Hinweis) der Audiodienst, das heißt die Wiedergabe von Audiodateien und alle Audiogeräte, deaktiviert. Viele Anwender, die ein Serverbetriebssystem nicht gewohnt sind, sind erst einmal irretiert - wird doch die gesamte Hardware ohne Fehler in das System eingebunden. Um Audio wiedergeben zu können, muss daher der "Windows Audio" Dienst aktiviert sein.
 
Vorgehensweise:
1. Klicken Sie auf "Start" | "All Programs >" | "Administrative Tools" und wählen Sie dort "Services".
 
2. Klicken Sie dort doppelt auf den Eintrag "Windows Audio".
 
3. Unter "Startup type" wählen Sie am Besten "Automatic" aus, damit der Audiodienst schon beim Systemstart aktiv wird.
 
4. Da der Dienst im Moment noch gestoppt ist, klicken Sie einfach auf die Schaltfläche "Start", um den Dienst auszuführen.
 
5. Bestätigen Sie dann das Dialogfeld mit "OK" und schließen Sie die Konsole.
 
6. Von jetzt an wird der Dienst bei jedem Systemstart ausgeführt und es sind alle standardmäßigen Audiokonfigurationen verfügbar.
 
 
Schritt 2: Hardwarebeschleunigung aktivieren (für OpenGL- und erweiterten Grafiksupport)
Da ein Serverbetriebssystem keine großen Ansprüche an Hardwareressourcen für die Anzeigedarstellung hat, ist die Hardwarebeschleunigung auf ein Minimum begrenzt. Dies kann zum Beispiel beim Anwenden von Spielen oder Videoinhalten zu Problemen führen. Daher sollte für optimale Grafikdarstellung die Hardwarebeschleunigung auf Maximum gesetzt werden.
 
Vorgehensweise:
1. Klicken Sie an einem beliebigen Punkt auf dem Desktop mit der rechten Maustaste und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag "Properties".
 
2. Wechseln Sie auf die Registerkarte "Settings" und klicken Sie unten rechts auf die Schaltfläche "Advanced".
 
3. Auf der Registerkarte "Troubleshoot" des neuen Dialogfeldes sollte der Schieberegler von "Hardware acceleration" auf "Full" gesetzt werden.
 
4. Des Weiteren sollten alle Optionen auf dieser Registerkarte aktiviert werden.
 
    Das Dialogfeld sollte dann folgendermaßen konfiguriert sein:
    
 
5. Klicken Sie zum Abschluss der Prozedur zweimal auf "OK".
 
6. Damit ist die Hardwarebeschleunigung für die Anzeige maximiert.
 
 
Schritt 3: DirectDraw- und Direct3D-Beschleunigung aktivieren
Sollten Videos oder die Wiedergabe der TV-Karte im DirectDraw-Overlaymodus ruckeln oder mit dem Audio asynchron laufen, so liegt das nicht an der Hardwarebeschleunigung, sondern an deaktivierten DirectX-Funktionen. DirectDraw und Direct3D sind nämlich in Windows .NET Server standardmäßig deaktiviert. Um jedoch die volle DirectX-Unterstützung unter Windows .NET Server zu bekommen, sollten alle Module von DirectX aktiviert sein.
 
Vorgehensweise:
1. Klicken Sie auf "Start" und wählen Sie "Run...".
 
2. Geben Sie in die Eingabeaufforderung nun "dxdiag" ein und klicken Sie auf "OK", um das DirectX-Diagnoseprogramm zu starten.
 
3. Durch die Initialisierung der DirectX-Module kann das Laden des Diagnoseprogramms etwas Zeit in Anspruch nehmen.
 
4. Wechseln Sie auf die Registerkarte "Display".
 
5. Im Gruppenfeld "DirectX Features" klicken Sie jetzt auf die Schaltfläche "Enable" hinter dem Punkt "DirectDraw Acceleration".
 
6. Bestätigen Sie die Abfrage mit "OK".
 
7. Klicken Sie jetzt im Gruppenfeld "DirectX Features" noch auf die Schaltfläche "Enable" hinter dem Punkt "Direct3D Acceleration".
 
8. Bestätigen Sie die Abfrage erneut mit "OK".
 
    Das Dialogfeld sollte jetzt folgendermaßen aussehen:    
 
9. Klicken Sie abschließend auf "Exit", um das Diagnoseprogramm zu beenden und die Einstellungen zu übernehmen.
 
 
Nun können Sie Windows .NET Server in Punkto Multimedia und Anwendung in fast derselben Weise nutzen wie Windows XP Home Edition oder Windows XP Professional. Sollten weitere Features zur Optimierung bekannt werden, so werden diese in einer späteren Version hinzugefügt.

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