Hardware-Test: Europas erster UMPC im WinFuture-Review

25.06.2006 14:21 
Die Hardware-Ausstattung im Detail

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Einleitung
Hardware und Bedienung
Software
Der UMPC im Gebrauch
Unser Fazit/Urteil
PaceBlade will mit seinem Angebot vorerst hauptsächlich Geschäftskunden ansprechen und bietet diesen auch einen entsprechenden Service. Zwei Jahre Garantie inklusive Hol- & Bringdienst sind auch von anderen Herstellern bekannt.

Dass man das Gerät aber nach maximal drei Arbeitstagen wieder in Händen hält dürfte genauso unüblich sein, wie die Möglichkeit, direkten Kontakt mit dem für die Reparatur zuständigen Mitarbeiter am Band der holländischen Firma aufnehmen zu können.

Das uns vorliegende Modell wurde noch in Taiwan vom Zulieferer AMtek zusammengebaut, während alle Seriengeräte in Holland hergestellt werden. Unser Testgerät trägt die interne Seriennummer "000009", woraus sich, wie uns bestätigt wurde, ableiten lässt, dass man gerade damit begonnen hat, die ersten Geräte an Kunden auszuliefern. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man bemerkt, dass ein Großteil der vorinstallierten Software noch nicht für den Einsatz auf dem neuen System optimiert wurde. Dazu aber erst später mehr, zunächst einmal die Ausstattung im Detail.


Das EasyBook P7 ist derzeit in den Farben Schwarz und Weiss erhältlich. Es empfiehlt sich jedoch, das weisse Modell zu erwerben, da die glatte Oberfläche in der schwarzen Variante sehr anfällig für Fingerabdrücke ist, die der Optik nicht gerade zuträgtlich sind. Abhilfe wurde uns gegenüber bereits angekündigt. In Kürze sollen die Geräte auch mit einer gummierten Oberfläche erhältlich sein, so dass keine Fingerabdrücke mehr zurückbleiben dürften.

In dem rund 2,5 Zentimeter dicken Paket steckt, wie bereits erwähnt, ein vollwertiger PC. Ingesamt ist die Oberfläche des Geräts in etwa so groß, wie ein Blatt Papier im Format A5. Mit seinen rund 860 Gramm Gewicht dürfte das EasyBook P7 zudem erheblich leichter sein, als die meisten Notebooks.

Das sieben Zoll große Display, dessen Bilddiagonale ungefähr 20 Zentimeter beträgt kann in drei verschiedenen Auflösungen betrieben werden. Die Einstellungsoptionen dafür können über das Drücken einer integrierten Zusatztaste aufgerufen werden und bieten Auflösungen zwischen 800x480, 800x600 und 1024x600 Pixeln, wobei Erstere die native Auflösung des Displays darstellt.

In unserem Test machte das Display einen guten Eindruck, da es gute Kontrastwerte bietet, kräftig beleuchtet wird und aus allen horizontalen Blickwinkeln gut einsehbar ist. Auch im Freien lassen sich Details auf dem Bildschirm problemlos erkennen - auch in der Sonne, im Gegensatz zu vielen Notebooks und Tablet-PCs. Zu den Nachteilen gehört, dass es relativ empfindlich ist - nicht in Hinblick auf Kratzer, diese können ihm nämlich kaum etwas anhaben, sondern eher auf Druckstellen, die beim unvorsichtigen Transport schnell auftreten können, da ja keine Display-Abdeckung vorhanden ist.

Um das Display herum, sind zahlreiche Bedienelemente gruppiert. Zwar kann der UMPC auch über den mitgelieferten Stylus bedient werden, die gesamten Funktionen einer Maus sind jedoch nur über die Tasten am Gerät verfügbar. Zu diesem Zweck ist auf der rechten Seite eine Art Trackstick untergebracht, der Vielen von Notebooks aus dem Hause IBM/Lenovo bekannt sein dürfte. Gegenüber auf der linken Seite befinden sich die beiden Maustasten in Form von Knöpfen. Unter ihnen befindet sich ein kreisrundes Bedienfeld, das die Cursor-Tasten und die Enter-Taste eines PC-Keyboards kombiniert.

Auf der Oberfläche des EasyBook P7 sind zusätzlich sechs weitere Bedienelemente untergebracht. Links unter dem runden Cursor-Ersatzfeld sind zwei Knöpfe angebracht, die jeweils für den Aufruf von Microsofts TouchPak, einer speziellen Applikation für die neuen UMPCs, und das Öffnen der Bildschirmtastatur gedacht sind, aber wie alle anderen Bedienelemente problemlos frei belegt werden können. Rechts kommen neben Bildlauftasten noch jeweils ein Knopf für das Aufrufen eines Einstellungsmenüs und zum schnellen Ändern der Bildschirmauflösung hinzu.

Am Gehäuserand sind von links nach rechts umlaufend einige weitere Anschlüsse und Funktionstasten angeordnet. Den Anfang macht links oben der Stromanschluss für den abnehmbaren Akku. Auf ihn folgen noch ein USB-Steckplatz und der obligatorische An-/Ausschalter für das integrierte WLAN-Modul. Rechts finden sich neben dem kombinierten Ein- und Ausgang für Mikrofon und Kopfhörer die zugehörigen Lautstärkeregler, ein weiterer USB-Steckplatz, der Power-Schalter und der sogenannte "SAS"-Knopf mit dem sich alle anderen Tasten deaktivieren lassen. An der unteren Seite findet sich neben dem Port für die optional lieferbare Docking-Station noch der Platz für den Bedienstift.




PaceBlade stattet das Gehäuse seines ersten UMPC zusätzlich mit einigen Feinheiten aus, die für Unterschiede gegenüber den anderen Herstellern sorgen. So hat man bereits daran gedacht, dass einige Kunden ihr Gerät in etwas ungewöhnlichen Einsatzgebieten nutzen wollen. Zu diesem Zweck findet sich bereits eine Vorbereitung für eine Wandhalterung am Gehäuse, so dass man das EasyBook bei Bedarf auch im Cockpit eines Flugzeugs oder LKWs installieren kann. Für den alltäglichen Gebrauch ganz praktisch: das Loch auf der Rückseite in das der Stylus gesteckt werden kann, um das Gerät abzustützen.

Auch in zahlreichen anderen Punkten unterscheidet sich das PaceBlade EasyBook P7 von den Intel-basierten UMPCs. Setzen Samsung und ASUS voll auf Intel-Hardware, so verwendet PaceBlade fast ausschliesslich VIA-Komponenten. Der VIA-Chipsatz VN800 mit dem integrierten S3 UniChrome Grafikchip und dem AC97-zertifizierten Soundchip gesellt sich also zum mit 1,0 Gigahertz getakteten VIA C7M NaNo Prozessor.

Dieser erreicht zwar das Leistungsniveau des in den Konkurrenzprodukten verbauten Intel Celeron 900 ULV nicht ganz, verfügt aber über die Option sich bei wenig Last heruntertakten zu lassen, so dass eine geringere Leistungsaufnahme für mehr Akkulaufzeit sorgen könnte. In der Realität setzt dies jedoch vorerst noch eine Initiative des Käufers voraus, der die Sparfunktionen des Prozessors erst mit einer Software wie Notebook Hardware Control zugänglichen machen muss. PaceBlade liefert keine derartige Software mit. Auf Anfrage teilte man uns mit, dass man auch in dieser Hinsicht Abhilfe schaffen wolle.

Obwohl es sich bei dem verwendeten VIA C7 ULV Prozessor um eine CPU mit nur 3,5 bis 5 Watt Verlustleistung handelt, wird es im Gehäuse des UMPC überraschend warm. Dies dürfte aber zu einem Großteil auf die Abwärme der mit 5400 U./Min. für tragbare Verhältnisse schnell drehenden 40 Gigabyte Festplatte aus dem Hause Toshiba zurückzuführen sein. Dadurch hat auch der eingebaute Lüfter umso mehr zu tun, so dass er permanent mitläuft und sich durch sein leises Rauschen bemerkbar macht.

Im Gegensatz zu Samsung und Co. verzichtet man bei PaceBlade auf unnötige Zusatzausstattung, verwendet aber Bauteile, die sich leichter ersetzen lassen und günstiger zu beschaffen sind. Dies dürfte vor allem auf die Ausrichtung auf den Business-Markt zurückzuführen sein. So enthält das PaceBlade P7 kein GPS-Modul und auch keinen DVB-T-Empfänger, wie sie bei der Konkurrenz integriert werden, um im Markt für Endkunden punkten zu können. Auch die normale 2,5" Notebook-Festplatte ist ein Zeugnis dieser Philosophie, während bei den anderen Geräten aus Platzgründen teurere 1,8" HDDs zum Einsatz kommen.

Das uns vorliegende Modell des PaceBlade-UMPCs unterscheidet sich von der Standard-Variante nur durch den zusätzlich verbauten zweiten Riegel 512 Mb DDR2-Speichers. Dieser kann bei Bedarf mit erworben werden und hilft dem etwas schwachbrüstigen VIA C7 Prozessor ein wenig auf die Sprünge.


Während unseres Tests hielt der UMPC maximal zwei Stunden ohne externe Stromzufuhr durch. Dies ist auf den der Gehäusegröße angepassten Akku zurückzuführen, der über eine Kapazität von 2400 mAh verfügt, was ungefähr der Hälfte eines normalen Notebook-Akkus entspricht. Einer der Faktoren, welche die ohnehin kurze Laufzeit verkürzen, dürfte die schnell drehende Festplatte sein. Angesichts der geringen Kapazität des Stromspeichers, wirken die 1:59 Stunden Akkulaufzeit angemessen, da die meisten Notebooks mit 4400 mAh Akku knapp vier Stunden durchlaufen.

Eine genaue Auflistung der Hardware-Ausrüstung des PaceBlade EasyBook P7 findet sich beim taiwanischen OEM-Hersteller AMtek. Sie kann hier eingesehen werden.



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für systemadministratoren die unterwegs sind oder für aussendienstmitarbeitern könnte das eine sehr nette sache sein, notebook ist zu groß und der mda zu klein :-)

...aber ansonsten sehe ich eher wenig sinn darin.
 
@unbound.gene: nö, auch nur ca 3 std. haben das bei uns im saturn stehen, heißt q1
 
Welche Zielgruppe haben die UMPC eigentlich? Sie haben als portable Geräte eine zu geringe Akkulaufzeit und als Home Gerät kann man denn pc benutzen.
 
@Maniac-X: das ist die P2P von MS :)))
naja, siehe meinen post vor deinem, 2h sind noch ok und zur not kann man noch einen 2. akku in die hosentasche stecken.

..aber wirklich sinn machen die Dinger nicht.
 
@unbound.gene: 2 Stunden finde ich für ein mobiles Gerät überhaupt nicht ok, sollten schon mindestens 4-5 Std sein.
 
@Maniac-X: Das ist ja auch von keinem "bekannten Markenhersteller", durfte schon eins von samsung sehen, sieht ganz ähnlich aus, aber was edler. Akkulaufzeit dabei kenne ich zwar noch nicht aber ich glaube die wird deutlich über der von diesem Gerät liegen.
 
@unbound.gene: genau das tut sie eben nicht. der samsung umpc rennt auch nur 2 stunden, gerade weil da auch nur ein oller celeron m 900 ulv drinsteckt... da sieht's mit der laufzeit gar nicht anders aus... das ist ein allgemeines problem der kleinen akkus... bei samsung geht die gesparte akkulaufzeit halt für die gadgets drauf... bei paceblade ist es, wie oben zu lesen ist, meiner meinung nach die festplatte... abwarten und tee trinken. via hat da was tolles rausgebracht, das ist die komplette hardware in einem 35x35 mm paket... also cpu, chipset (sound- & grafikkarte also) in einem... die umpcs schrumpfen dadurch um bis zu 40%, da das display mit seinen 7 zoll aber vorschrift ist, werden sie nicht in der breite und höhe schrumpfen, sondern in der "tiefe", also leichter, flacher etc...dadurch aber auch möglicherweise platz für mehr akku... JUHU, da kommt die längere akkulaufzeit... das easybook p7 is halt noch der anfang der entwicklung...
 
hab ich ne Seite überlesen? Mich würden die externen Schnittstellen mal interessieren.
 
@unbound.gene: Mikrofon, Lautsprecher, Stromanschluss, 2x USB. Das versteckt sich im Text.
 
@pool: Lan? auch? nur Wlan oder seh ich das falsch?
 
naja ich finde die idee von kompakten mobilen PCs ja genial ... aber die dinger müssen erst noch billiger und mehr leisten können bevor ich sie nem subnotebook vorziehe... vorallem müsten die dinger fürn dauerbetrieb was taugen und akkulaufzeiten von 3-4 tagen haben ... aber ich schätze das dauert noch bis die soweit sind...
 
"...bieten Auflösungen zwischen 800x400, 800x600 und 1024x600 Pixeln, wobei Erstere die native Auflösung des Displays darstellt." Die meinen wohl eher das letzteres (1024x600) die native Auflösung darstellt, oder? Wie auch immer, so geil ich diese kleinen Kisten auch finde, bevor ich mir für den Preis so`n Teil zulege, kauf ich mir lieber einen etwas grösseren Laptop für das selbe Geld der bestimmt zig mal soviel Power hat! Ist aber trotzdem ne kleine geile Kiste, nur ein bisschen zu teuer!
 
Eine Alternative zum UMPC stellt der OQO (http://www.oqo.com) dar. Den gibt es schon seit ein paar Jahren und ist sogar noch ein wenig kleiner.
 
@mvsxyz: die geräte vom oqo sind mit sicherheit eine interessante alternative, aber sie befinden sich in einer ganz anderen preisklasse, eben wie die UX Serie von Sony... generell sind sie aber als vorbild zu betrachten. es müsste eben noch flacher und kleiner werden, mit mehr akkulaufzeit. wie oben in [o3][re:4] bereits erwähnt hat via das was in petto...
 
Warum machen die Teile keinen Sinn?
Ich habe mir immer einen "großen PDA" gewünscht.
Ein Gerät mit Desktop-OS (hier xp) und mehr als die aktuellen 640x480. Hier sind es zumindest 800x480, und damit alle Programme darstellbar sind kann man interpolietrt darstellen. Dass man damit noch arbeiten kann zeigt Virtual-Desktop auf dem PPD. Das geht aber auch noch besser.
Nachteil bei PDA war auch dass es keine Möglichkeit der TV-Wiedergabe gibt. Hier ist es eine der "unnützen Funktionen". Finde ich nicht "unnütz". Auch nicht das GPS. Das erspart die externe Lösung.
Mit Travelbook gibt es ja auch schon länger eine Navigation für den PC. Wenn sich solche Geräte (genug) druchsetzen könnte es wieder mehr PC-Navigation gebgen.

Was manm eibauen könnte: Eine kleine flache Tastatur zum unten herausziehen. Einmal draufdrücken, und der Griff zum rausziehen kommt raus.

Die Akkuklaufzeit ist hier ein Negativpunkt. im Fahrzeug interessiert das natürlich nicht.
Die Festplatte sollte nicht zwingend sein.
Ein flashspeicher für das System und optional die Festplatte für die Daten könnte Strom sparen.
Irgendwo war doch eine News über einen 16GB-USB-Stick :-) . Über USB lässt sich schon länger booten.
Das sollte dann aber ein üblichzer Wechselspeicher sein der in einen extra Einschub (unabhängig von Kartenlesern) kommt.
4GB sind schon recht günstig als SD-Karte.
Wenn die eine Art SD-RAID-0 einbauen, könnte man 2 oder 4 von den Teilen kombinieren und erhält so genug und zugleich schnelleren Speicher für das Betriebssystem und Anwendungen. Jedem wieviel er braucht, eine oder als RAID-0.

Zum "noch kleiner werden": Irgendwo muss eine Grenze sein. Man will ja auch was sehen und bedienen.
7" sollte man nicht unterschreiten.
Hauptsache die Teile passen in eine Jackentasche und ziehen nicht runter wie ein Stein. Am besten noch mit Solarzellen auf einer optionalen "Ladejacke" :-) .
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