DVB-T Review (I) - Technik, Endgeräte & Verarbeitung

04.10.2005 15:14 

Verarbeitung
Zwar liegt die Bitrate des Datenstroms einer DVB-T Übertragung mit durchschnittlich 3-3,5 MBit/s nur bei ca. der Hälfte, der auf einer DVD verwendeten, d.h. das aufgezeichnete Bildmaterial ist ungefähr doppelt so stark komprimiert, allerdings ergeben sich durch das gleiche Ursprungsformat vielfältige verlustfreie Bearbeitungs- und Archiviermethoden. Im Folgenden möchten wir kurz die Arbeitsschritte umreissen, die nach der Aufzeichnung einer TV-Sendung, bis zur endgültigen Archivierung auf DVD notwendig sind. Jedoch kann bereits im Voraus festgestellt werden, dass der Arbeitsaufwand bei der digitalen Verarbeitung im Vergleich zur analogen Version, weitaus geringer ist.

De-Multiplexen
Zur späteren Nachbearbeitung ist es zunächst erforderlich die Audio- und Videospuren der vorhandenen MPEG-2 Datei voneinander zu trennen. Dieser Vorgang wird als "De-Multiplexen" bezeichnet und lässt sich am besten mit der Open-Source Applikation Project-X durchführen. Da diese jedoch umständlich kompiliert werden muss verwenden wir für unser Beispiel die Freeware Version von TMPGEnc. Diese beinhaltet unter dem Menüpunkt "Datei>MPEG Tools" alle benötigten Werkzeuge. Im Reiter "Simple De-Multiplex" respektive "De-Multiplex" (je nach vorliegender MPEG-2 Datei) werden lediglich Ein- und Ausgabepfade konfiguriert. Alles weitere wird vom Programm selbst erledigt.

Schneiden
Für verlustfreien MPEG Schnitt, empfiehlt sich die Freeware Cuttermaran, da diese standardmäßig ohne abschließende Kompression des Schnittergebnisses arbeitet. Nachdem die zuvor erstellten Teil-Dateien des MPEG-Materials geladen wurden, navigiert man im Programm mit den intuitiven Buttons innerhalb des Videos. Cuttermaran fügt nach Abschluß der Arbeiten alle in der "Cut-List" festgehaltenen Bereiche zum endgültigen Ergebnis zusammen (nicht die Werbung wird herausgeschnitten, sondern der Film von jeglicher Reklame "extrahiert"). Neue Bereiche können mittels der entsprechenden Schalter Frame-genau markiert und deren Anfangs- und Endpunkte mit "Set cut in" bzw. "Set cut out" festgelegt werden. Aufzeichnungen, deren Tonspur 5.1-Sound enthält, können anhand des Wechsels zwischen Stereo und 5.1 (Werbung => Film) mittels des Buttons "Suggestions" äußerst bequem verarbeitet werden.

Archivieren
Natürlich könnten die so erstellten Dateien bzw. die wiederum mittels der Funktion "Multiplex" (TMPGEnc/Cuttermaran) zusammengefügte Audio-/Video-Kombination nun einfach auf DVD gebrannt werden, um Speicherplatz auf der Festplatte zu sparen. Um jedoch eine Video-DVD zu erzeugen, die in jedem handelsüblichen DVD-Player lesbar ist, gibt es mehrere Methoden. Prinzipiell sollte darauf geachtet werden, dass die verwendete Software über keinen Encoder, respektive einen intelligenten Encoder, wie bei Nero Vision Express verfügt, der das verlustfrei bearbeitete Material nicht nochmals neu kodiert. Für Puristen leistet hier z.B. die Freeware IfoEdit gute Dienste, die lediglich die benötigten VIDEO_TS und AUDIO_TS Ordner erstellt, die dann nur noch mit einer beliebigen Brennapplikation als Video-DVD gebrannt werden müssen.

B!G

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