DVB-T Review (I) - Technik, Endgeräte & Verarbeitung

04.10.2005 15:14 

Technik
DVB-T reiht sicht nahtlos in die Liste digitaler Übertragungsstandards, wie DVB-C & DVB-S ein und verwendet zur Datenübertragung ebenfalls einen aus vielen gleichgroßen Datenpaketen bestehenden MPEG-2 Strom. Dieses "Container-Prinzip" ermöglicht die simultane Übertragung von Video-/Audiosignalen und diverser Zusatz-Daten in einem Datenstrom.

Die Datenrate lässt sich zwischen 2 MBit/s und 15 MBit/s variieren und ist von der angestrebten Signalqualität abhängig. Um den Standard eines gleichwertigen analogen PAL-Fernsehsignals zu erreichen genügen 3 MBit/s bis 5 MBit/s. Die entsprechende Komprimierungsrate richtet sich insbesondere nach der Art des zur Verfügung gestellten Programms. So ist für Sportübertragungen oder Action-Filme, mit einer großen Anzahl, sich voneinander unterscheidender Bilder (d.h. mit viel Dynamik) eine größere Datenrate respektive eine niedrigere Komprimierung erforderlich.

In der Praxis teilen sich jedoch zumeist vier Fernsehsender einen Datenstrom von ca. 12 bis 14 MBit/s, was in 3 bis 3,5 MBit/s pro Sender resultiert. Zwar ist es durch das oben genannte Verfahren möglich einem Sender, aufgrund einer Ausstrahlung mit höherer Bildfolge kurzfristig eine größere Datenrate auf Kosten der anderen Sender zur Verfügung zu stellen, allerdings nur, wenn die anderen Sender keine ähnlichen Ansprüche stellen. Darüberhinaus kann eine Bitrate von 3,5 MBit/s bereits Kompressionsartefakte hervorrufen, deren Kompensation durch Herabsetzen der Auflösung und den Einsatz von Weichzeinern jedoch in vermehrter Unschärfe des Bildes resultiert.
Diese Problematik ist allerdings nicht auf die Technik selbst, sondern vor allem auf die Anbieter zurückzuführen, welche aus Kostengründen auf eine Vergrößerung der Bitrate pro Kanal verzichten.

Vor- und Nachteile
Neben diversen Nachteilen, wie dem vermehrten Auftreten von Kompressionsartefakten und Unschärfe, sowie einer bisher geringen Flächendeckung im Bundesgebiet und den für die ehemaligen Analog-Zuschauer entstehenden Kosten beim Kauf eines DVB-T Empfängers, ergeben sich durch die neue Übertragungstechnik auch nicht von der Hand zu weisende Vorteile.
So erübrigt sich die Installation und Wartung großer Dachantennen; für digitales -terrestrisches Fernsehen reichen zumeist kleine, z.T. sogar selbst herstellbare Zimmerantennen aus. Mit Emfpängern für Laptops, oder in Handys integrierte Tuner, lässt sich das Fernsehprogramm sogar kostenlos an jedem Punkt des Empfangsgebietes genießen. Weiterhin steht durch die Möglichkeit neben dem Fernsehsignal auch Zusatz-Daten zu übertragen, neben Videotext auch eine elektronische Programmzeitschrift (EPG) zur Verfügung.
Einer der wichtigsten Vorteile, dürfte die Tatsache sein, dass TV-Programme aufgrund des DVD-kompatiblen Datenstroms nun z.B. über einen Media-Center-PC unkompliziert via Timer aufgenommen, verlustfrei von Werbung befreit und auf DVD gebrannt werden können.

B!G

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