WLAN- & Router-Tuning: So holt man mehr aus der Netzverbindung

Wlan, WiFi, Hotspot Bildquelle: Nicolas Nova / Flickr
Wenn die Verbindung ständig abbricht oder Downloads und Webseiten nicht mehr richtig laden wollen, sollten Sie unsere Checkliste zum WLAN- & Router-Tuning durchgehen. Wir verraten, wie Sie die bestmögliche Geschwindigkeit aus Ihren WLAN-Geräten herauskitzeln.

Vorwort: Grundlagen und Ausblick

Die Checkliste behandelt zunächst einige Grundlagen, die den Profis durchaus klar sein sollten (also bei Tipp 1 nicht gleich die Augen verdrehen und Artikel schließen), wird jedoch schnell etwas komplexer und setzt zumindest Grundkenntnisse voraus, wobei auch Anfänger mit den Anleitungen gut zurechtkommen sollten. Wer mehr wissen will, sollte sich den absolut fantastischen - aber auch sehr tiefgehenden - Beitrag unseres Nutzers RalphS "Netzwerkgrundlagen - Was ist was im TCP-IP-Netz?" und die weiterführenden Links rund um TCP/IP, IP-Adressen, Subnetzmaske und Co. durchlesen. Sein Beitrag sorgt für mehr Verständnis bei der Optimierung, aber auch bei der Fehlersuche. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an RalphS für seine unentbehrlichen Ratschläge.

Vorher vs. Nachher: Was bringt es überhaupt?

Zunächst einmal sollten Sie den IST-Zustand ermitteln, bevor Sie sich an die Optimierung des Routers oder der verbundenen Netzwerkgeräte wagen. Dazu würde ich zunächst das Tool NetStress empfehlen, das auf zwei PCs im gleichen Netzwerk installiert wird und die Bandbreite zwischen Router und beiden Clients misst. Wlan und RoutertuningNetStress muss auf zwei PCs installiert werden und misst Bandbreite und Durchsatzrate zwischen diesen Geräten. Die Geschwindigkeit sollte Ihnen einen guten Eindruck Ihrer Netzwerkleistung geben. Nach jedem Schritt, etwa dem Ändern des Kanals oder der Positionsveränderung des Routers, sollten Sie einen erneuten Test durchführen. Um die Internetgeschwindigkeit zu testen, helfen Tools wie www.speedtest.net und auch die Downloadserver von WinFuture.de weiter. Kombiniert bekommen Sie einen guten Gesamteindruck, ob Ihre Veränderungen auch Einfluss auf die Internetgeschwindigkeit haben.

Download: NetStress: Benchmark-Tool für WLAN-Netzwerke

Doch lassen Sie sich nicht von der Marketing-Scheinwelt trügen und seien Sie nicht von den oftmals niedrigen Ergebnissen der Testresultate überrascht: Selbst wenn Routerhersteller oftmals Werte über 300 Mbit (oder gar über 1000 Mbit) per WLAN versprechen, die Realität ist weit davon entfernt. Dies sind theoretische Werte, die durch die kleinste Störung (siehe unten) zunichte gemacht werden können. Doch genau da werden wir nun mit den folgenden Tipps und Paragraphen ansetzen.

Routerwahl: Entscheidend

Zunächst einmal sollten Sie Ihren aktuellen Router in Frage stellen und im Ernstfall ersetzen: Die WLAN-Router oder DSL-Modems von Deutschlands großen Anbietern wie der Deutschen Telekom, Vodafone oder 1&1 sind wahrlich meist "Hit & Miss".
Wlan und RoutertuningDer Speedport W 723 V schafft es, trotz 801.11n und 2.4 GHz/5 GHz-Betrieb, kaum vom Obergeschoss ins Erdgeschoss Wlan und RoutertuningDie Betondecke reduziert den Empfang auf 5-15% (Unimatrix Zero Two), so dass gerade mal noch 2-5 Mbit ankommen
Der Telekom-Router blieb mir als DSL-Modem erhalten, doch ich bin dann letztes Jahr bei Apples AirPort Extreme mit 802.11ac gelandet, der in vielen Tests in Sachen Reichweite, Signalstärke /-zuverlässigkeit und Geschwindigkeit mit in der Top-Rangliste landete. Durch die Betonwand wird die Signalstärke nun nicht mehr bis zu 95% geschwächt, sondern nur noch um 10%. Ich surfe und übertrage alle Daten selbst im Erdgeschoss im Heimnetzwerk mit nahezu voller Bandbreite.

Sie sehen: Die Routerwahl ist entscheidend und Sie sollten gerade hier nicht an der falschen Stelle sparen. Den richtigen Router zu finden ist allerdings nicht immer leicht. Geräte von Asus, wie der "Stahlbetonkiller" RT-AC66U, oder die Nighthawk-Serie von Netgear, sind da nochmal eine Klasse für sich.
Wlan und RoutertuningEkahau Heatmapper

Beste Routerposition ermitteln

Ein Tool, das ich bereits seit Jahren als Grundlage für die optimale Router-Performance verwende: Ekahau Heatmapper. Das kleine Programm erstellt eine Wi-Fi-Heatmap Ihrer Wohnung oder Ihres Büros, auf der Sie schnell sehen können, wo der WLAN-Empfang stark ist - und wo die Datenstrahlung gar nicht ankommt.

Starten Sie das Tool und wandern Sie mit Ihrem Laptop einmal komplett durch Haus - in alle Ecken jedes Raums. Lassen Sie nichts aus. Schon nach kurzer Zeit wissen Sie, wo die Verbindung gut (grün) und wo schlecht (rot) ist. Platzieren Sie jetzt den Router an einer neuen, zentraleren Stelle, oder wechseln Sie von 2.4 GHz auf 5 GHz (bzw. vice versa). Sollte der Standortwechsel des Routers bei Ihnen, zum Beispiel aufgrund baulicher Gegebenheiten, nicht so einfach möglich sein, empfehle ich einen WLAN-Repeater aus unserem Preisvergleich, um den Empfang allgemein zu verbessern und so auch die Stellen zu erreichen, die bisher wenig oder keinen Empfang hatten.

Download: HeatMapper - WLAN-Empfangsreichweite grafisch anzeigen Vergewissern Sie sich auch, dass die Antenne des Routers (falls er eine hat) korrekt ausgerichtet ist: Sind Router und all Ihrer Geräte auf einem Stockwerk, stellen Sie die Antennen besser senkrecht. Muss hingegen über mehrere Stockwerke hinweg kommuniziert werden, wird eine höhere Datenübertragung und bessere Flächenabdeckung durch die horizontale Ausrichtung der Antennen erreicht. Der Router sollte zudem an einem zentralen Ort in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus aufgestellt sein und nicht direkt an einer Beton-/Zement-Wand mit dicken Eisenverstrebungen oder neben einem Kamin sitzen. Auch Wasser (ja, sogar Menschen aufgrund des hohen Wasseranteils) bremst Wi-Fi ordentlich aus. Doch auch Holz, Pflanzen, Glas und selbst das Wetter können zu temporären Störungen führen.
Wlan und RoutertuningLimitierung der Wlan-Signalstärke aufheben
Einige Router können auch die Signalstärke limitieren, was Sie bei einer unzureichenden Bandbreite unbedingt kontrollieren sollten: Bei Netgear-Routern wird das beispielsweise Transmit Power Control genannt und ist eher in den etwas besseren Varianten zu finden. Bei AVMs Fritzbox heißt die Funktion Maximale Sendeleistung und ist in der Kategorie WLAN/Funkkanal zu finden. Bei einigen Speedport-Routern sollten Sie sich nach Sendeleistung umschauen. Diese Einstellung sollte stets auf 100% bzw. Hoch eingestellt sein, um somit Wände oder andere Hindernisse besser durchdringen zu können.

Frequenzband wechseln: 2.4 GHz oder 5 GHz?

Mit der Einführung des WLAN-Funkbands auf 5 GHz haben Nutzer schon seit einigen Jahren eine Alternative zum Uralt-Frequenzband 2.4 GHz: Doch 5 GHz bedeutet nicht gleich, dass Sie von heut auf morgen deutlich höhere Übertragungsraten erzielen. Zunächst einmal müssen Sie sich den Unterschieden bewusst werden:

  • 2.4 GHz: Höhere Reichweite bei niedrigerer Übertragungsgeschwindigkeit
  • 5 GHz: Niedrigere Reichweite bei höherer Übertragungsgeschwindigkeit.

Je höher die Frequenz, desto ineffizienter ist die Durchdringung von Wänden, Fußböden oder anderen Objekten. Bedenken Sie also, dass die o.g. Eigenschaften auch nur in der Theorie gelten und in Ihrem Haushalt getestet werden müssen. Denn: Das "neue" Band wurde unter anderem eingeführt, weil sich in Ballungsgebieten mehr und mehr WLAN-Sender (Router) und Empfänger (Endgeräte wie Ihre PCs, Smartphones und Co.) ein und dasselbe Band teilen. Diese Überlagerung führt zu Störungen und niedrigen Übertragungsraten. Sprich, in der Theorie mag 2.4 GHz zwar eine höhere Reichweite haben, kann jedoch durch Überlagerung dutzender Geräte deutlich instabiler als 5 GHz sein - auch über weite Distanzen hinweg.

Im Klartext bedeutet das: Sie sollten zunächst einmal herausfinden, ob sich in Ihrer Nachbarschaft oder in Ihrem Haus eine besonders hohe Anzahl an Störfaktoren auf dem 2.4 GHz Band befindet. Dazu zählen:

  • Zahlreiche weitere Geräte (Smartphones, Fernseher, PCs etc.), die auf 2.4 GHz funken
  • Viele klassische drahtlose Telefone oder Babyphones
  • Garagentoröffner oder andere Smart-Home Geräte

Wie Sie herausfinden, wie viele Sender sich auf Ihrem bevorzugten Frequenzband befinden, erfahren Sie auf der nächsten Seite. Weiterhin empfehlen wir Ihnen, falls nicht ohnehin schon aktiv und überhaupt verfügbar, die Funktion "Simultanes Dual-Band" (o.ä. genannt) in Ihrem Router zu aktivieren. Damit werden sowohl das 2.4- als auch das 5 GHz Band parallel aktiviert und so die verfügbare Reichweite verdoppelt. Wlan, WiFi, Hotspot Wlan, WiFi, Hotspot Nicolas Nova / Flickr
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@Paul Töpsch: Bisher habe ich mir dazu keinerlei Gedanken gemacht und nun laufe ich mit meinem Laptop durch die Wohnung und erstelle eine WLAN Karte.. und finde es faszinierend, wieviele bessere Positionen es für meinen Router gibt.
Danke für diesen sehr informativen Artikel!
 
@erso: Nur das das in der Praxis net geht.
Wie soll ich denn den Router Standort ändern, dann müsste ich ja ein riesen Verlängerungskabel legen.
 
@Amiland2002: Wenn du nur eine Anschlussmöglichkeit hast bzw. das Kabel keinen anderen Standort zulässt oder du kein Verlängerungskabel willst, hast du völlig Recht. Du kannst es in der Praxis einfach nicht anwenden.
Für micht klappt es allerdings super, da ich erkannt habe, dass der Router eine Ecke weiter aufgehangen eine bessere Signalstärke in der Wohnung bringt und das Kabel lang genug ist.
 
@erso: Na das hört sich doch gut, an.

Ja, wer weiß was alles dämpft von Blumen Vasen wie da stand, bishin zu eine ecke in der Wand mehr Stromkabel..

Für die Fritzboxen gibt es ja auch so Adapter um die interne Antenne gegen eine externe zu tauschen.

Hab gelesen, das soll viel bringen, schade das die Hersteller so misserablen Empfang "einbauen", es müsste die Standart Version geben u. für paar Euros mehr eine mit mehreren Antennen damit man sich das gebastel sparen kann.
 
@Amiland2002: Manchmal genügt es schon ein paar Löcher in die Wand zu schlagen^^
Spaß beiseite, die nächste Alternative dazu wäre sicherlich eher, einfach einen (inzwischen doch recht günstig erhältlichen) Repeater an einer besseren Stelle zu platzieren. Oder man hat das Glück und es genügt die Antennen anders auszurichten, vorausgesetzt es ist beim besagten Router überhaupt möglich :)
BtW, danke für den Denkanstoß, ich werd das gleich mal ergänzen :)
 
@Breaker: Löcher lol, oder wie Wand raus reißen. Wer braucht schon Statik.. XD
Bitte, für den Denkanstoss. Ich werd den Tp Link Archer 2600V mal testen, und meine AVM 7390 mal mit so ner extra Antenne testen. Bei ebay verkauft einer so einen fertig umgebauten Router. Er sagte er hat 250 Meter Reichweite nun draußen.
Und drinnen auch volle Pulle.

Open Wrt auf den Tp Link Routern und man kann die Sendeleistung einstellen,
hab das an nem 20€ Tp Link WND 841 getestet, vorher mit orig. Firmware ging glaub ich nichst zum umstellen, nix gefunden.

Aber da war die Standart Antenne auch nicht besser wie bei AVM.

Meiner geht draußen 50 Meter vom Eg aus, weil er am Fenster steht aber im Wohnzimmer ist schluß.

Kann nicht umstellen weil Ppoe Anschluß mit Außenantenne (Wireless Dsl).

Und Sonst bräucht ich nochmehr und längere Kabel wenn ich den Router ins Wohnzimmer Stelle.

Werd nach Jahren Avm, mal die Konkurrenz testen, weil die AVM 7580 zu teuer,
und die AVM 7590 steht noch kein Preis fest, und wann es die gibt, was sie kann. Finde nirgends Technische Daten, den anderen Rest was AVM so in den Menüs hat brauch ich nicht, die sollten sich eher mal auf Leistung konzentrieren, und den Preis anpassen.

Einfach zu teuer.. Und Jahrelang war jede Box mit Wlan einfach schlecht.
 
@Amiland2002: ... oder einfach einen Repeater aufstellen ...
 
@starship: Ja, aber wollte Mal was aktuelleres kaufen,bin mir auch nicht sicher ob meine avm noch richtig funktioniert, hatte desöfteren Probleme letztens.
Mit repeater hab ich zwei Geräte.
 
@Amiland2002: Naja, ein bisschen wie die Wahl zwischen Pest und Cholera ist das mitunter schon. Du mußt halt sehen was Dir wichtiger ist, bzw. was Du einfacher verschmerzen kannst. Entweder Strippen ziehen und nur den Router verwenden, oder kabellos über Repeater arbeiten.

Beim Einsatz eines Repeaters halbiert sich zwar die Bandbreite, aber wenn bei einem 300MBit Gerät davon noch um die 100MBit übrig bleiben, wäre das nichtmal der Flaschenhals zum Internet. Natürlich kann die Bandbreite auch deutlich geringer ausfallen, wenn die Verbindung zwischen den Geräten nicht optimal ist. In vielen Fällen hilft da eigentlich nur probieren.
 
@starship: Hab festgestellt mein Handy hat kein WLAN Ac, sonst hab ich alles per LAN verkabelt.

Ist einfach schneller u. zuverlässiger.
Aber hab dauerhaft von 16 Mbit nur 4-6 Mbit, da nur Wireless DSL, richtiges geht net nicht Mal light, kein Hybrid, kein LTE nix.

Von daher kann ich immer nur lachen wenn ich lese vectoring 100 Mbit usw. die werde ich nie kriegen.
 
In den meisten Fällen reicht es aus, den Router nicht ins, sondern aufs Telefonschränkchen zu stellen. ;-)
 
@LastFrontier: Und dazu noch gescheite WLan Kabel zu verlegen. ;þ
 
Klasse Artikel! Auch als langjähriger Admin hab ich noch ein paar neue Tricks gefunden :)
 
Noch ein Kommentar: Die Sendeleistung zu erhöhen kann unter Umständen strafbar sein. Diese Einstellungsmöglichkeit dient dazu, den Antennenverlust auszugleichen, sollten denn andere Montiert worden sein. Jede Antenne hat andere Dämpfungs/Verstärkungswerte. Die Ausgangsleistung an der Antenne darf gesetzlich 100mw nicht überschreiten. Von daher könnte es sein dass eines Tages die Bundesnetzagentur anklopft. Dies ist zwar unwahrscheinlich, aber eventuell doch noch wichtig zu wissen. Ebenfalls schreibt Ihr hier von mehr Leistung aus dem Netzwerk rausholen und Repeater im selben Bericht. Mir ist bewusst, dass der Repeater meist die einzige Lösung ist. Dieser sollte aber wegen der verringerung der Bandbreite immer die letzte Lösung sein.
 
@pcbona: Allenfalls andere Bekannte Geräte welche im 2.4GHz Bereich funken sind Wireless Mäuse, XBOX Controller, Bluethooth, Mikrowelle, Drahtlose Videoüberwachung und so weiter. Ich empfehle, erst nur das 5Ghz Band zu nutzen und nur bei unzureichender Abdeckung, das 2.4Ghz Band zuzuschalten. Alles in Allem ein sehr guter, informativer Artikel.
 
@pcbona: Mir ist kein Router, der in Deutschland für den deutschen Markt verkauft wird, bekannt, mit dem man die 100mW überschreiten kann (mal abgesehen von eigenen Hard- und Softwareeingriffen).
Bei Routern für den deutschen Markt ist diese Einstellung tatsächlich nur da, um die Sendeleistung zu verringern, um so dem Nachbar erst gar keine Gelegenheit zu geben ins eigene Netzwerk zu kommen. Auf Maximalleistung sendet der Router dann maximal mit den erlaubten 100mW, bei verringerter Sendeleistung mit entsprechend weniger :)
 
@Breaker: "Mir ist kein Router, der in Deutschland für den deutschen Markt verkauft wird, bekannt, mit dem man die 100mW überschreiten kann..."

Ubiquiti PicoStation M2HP um nur EIN Beispiel zu nennen). Wenn man sich halbwegs ernsthaft mit dem Thema befaßt, kommt man auch sehr schnell von selbst zu einer längeren Liste. Es handelt sich dabei meist um Router, denen man eine abgesetzte Antenne verpassen kann. Dann darf man mehr Leistung einstellen, um die Dämpfung des Kabels auszugleichen, was ab einer gewissen Länge notwendig werden kann. Allerdings verbessert man damit keineswegs den Empfang des Routers, welcher trotzdem unter der Kabeldämpfung leiden würde.

"Auf Maximalleistung sendet der Router dann maximal mit den erlaubten 100mW..."

Und schon wäre das eben nicht mehr erlaubt. Wenn der Router wirklich 100mW rausbläst, überschreitet man durch den Antennengewinn nämlich die zulässigen 100mW EIRP. Und dieses "EIRP" ist ganz entscheidend und genauso auch vom Gesetzgeber festgelegt. EIRP bedeutet "äquivalente Strahlungsleistung", also der um Gewinn (Antenne) und Verlust (Kabel) bereinigte Wert. Es ist ein Trugschluß zu glauben, 100mW und 100mW EIRP sind das gleiche.

Bei vielen Routern kann man die Leistung auch in dBm einstellen, wobei 100mW dann 20dBm entsprechen. Von diesen zulässigen 20dBm zieht man den Antennenfgewinn ab, der in dBi angegeben ist und kommt so auf den Wert, den man tatsächlich im Router einstellen kann bzw. darf. Hat man zum Beispiel eine Antenne mit 5dBi, stellt man den Router auf 15dBm und hat seine zulässigen 20dBm entsprechend 100mW.

Aber wie ich schon sagte: wenn man sich _ernsthaft_ mit dem Thema befaßt... kann man im Ernstfall Streß mit der BNetzA (Funkmeßdienst) ganz leicht vermeiden...
 
@starship: Naja. Wenn man die Picostation so betreibt, wie sie hier vorgesehen ist, nämlich mit Ländercode DE, funkt sie mit maximal 100mW.
Wer andere, leistungsverstärkende Antennen anschraubt sollte sich dann auch im klaren sein, dass er sich ggf. strafbar macht.
Ich rede hier eigentlich eher von der Standardhardware, ohne weitergehende Soft- und Hardwareeingriffe (hatte ich ja oben aber auch schon geschrieben).
Natürlich gibt es die Sonderfälle, unter anderem auch z.b. die selbstgebauten Antennen, Antennenerweiterungen, Soft- bzw- Firmware aus anderen Ländern, um die Sendeleistung zu erhöhen.
Das ist aber nicht Sinn und Zweck dieser FAQ, wir wollen den Leuten doch eigentlich nur zeigen wie sie mit ihrer Standardhardware eine möglichst große Abdeckung erreichen können, ohne dass hinterher die BNetzA hinterher an der Tür klopft und einem erzählt, das kostet jetzt Summe X, und die Hardware nehmen wir dann auch mal mit :)
 
@pcbona: AntennenVERLUST? Das nennt man dann "Dämpfungsglied" oder auch "Dummy Load", aber nicht "Antenne". ;)


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